Das COMT-Gen liefert im Körper die Anleitung für das Herstellen des COMT-Enzyms, die Catechol-o-Methyltransferase.
Dieses Enzym baut die sogenannten Katecholamine im Körper ab. Als Katecholamine bezeichnet man Nervenbotenstoffe Dopamin und Noradrenalin, sowie das Stresshormon Adrenalin. Dabei ist COMT vor allem für den Abbau von Dopamin und Noradrenalim Gehirn wichtig.
Für die psychische und körperliche Gesundheit ist die richtige Konzentration dieser Botenstoffe wichtig. Sie müssen im Bedarfsfall ausreichend und im richtigen Verhältnis vorhanden sein, aber auch wieder effizient abgebaut werden können, wenn der Körper in den Ruhemodus zurückkehren will.
Und hierbei spielt das COMT Gen eine wichtige Rolle. Es gibt Genpolymorphismen, die einen (zu) schnellen Abbau von Dopamin und / oder Noradrenalin bewirken, und andere, die den Abbau verlangsamen. In der Folge sind im Körper oft entweder zu viele oder zu wenige dieser Botenstoffe vorhanden.
Der bekannteste und am besten erforschte Polymorphismus ist der sogenannte Val / Met Polymorphismus (rs4680). Hierbei kann im Enzym die Aminosäure Valin gegen Methionin ausgetauscht sein.
Ein weiterer bekannter Polymorphismus ist rs4633 im COMT Gen. In diesem Abschnitt wurden keine Aminosäuren vertauscht, aber die DNA Basen sind unterschiedlich angeordnet.
Die unterschiedlichen Polymorphismen führen zu Unterschieden in der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, in der Stressresistenz, im Gefühlsleben und in der Schmerzempfindlichkeit.
Das langsame COMT, das beim Met / Met Polymorphismus im rs4680 Abschnitt und / oder beim T / T Polymorphismus im rs4633 Abschnitt vorliegt, kann folgendes verursachen:
aber auch:
Fazit:
So könnte man also einen Menschen mit einem langsamen COMT (Slow COMT) beschreiben:
"Ein kreativer Denker, der sich lange und tief in Gedanken vertiefen kann und der oft geniale Ideen und viel Motivation hat, der aber auch anfälliger für Stress, Überforderung oder „Overthinking“ ist."
Das schnelle COMT, das beim Val / Val Polymorphismus im rs4680 Abschnitt und / oder beim C / C Polymorphismus im rs4633 Abschnitt vorliegt, kann folgendes verursachen:
aber:
Fazit:
So könnte man also einen Menschen mit einem schnellen COMT (Fast COMT) beschreiben:
"Ein stressresistenter Sportler, der weniger emotional auf Stresssituationen reagiert und sich schnell von Niederlagen oder Misserfolgen erholen kann, sich aber manchmal weniger motiviert oder emotional „flach“ fühlt."
Wenn COMT durch die entsprechenden Genvarianten zu langsam oder aber zu schnell arbeitet, können Anpassungen in der Ernährung oder im Lebensstil dafür sorgen, dass Sie trotzdem gut damit leben können.
Wenn Ihre COMT-Aktivität genetisch eingeschränkt aktiv ist, können folgende Spurenelemente und Mineralstoffe sinnvoll sein:
Vorsicht mit der Aminosäure Tyrosin
Die Aminosäure Tyrosin ist der Ausgangsstoff für den Botenstoff Dopamin, der dann zu Noradrenalin und schließlich zu Adrenalin abgebaut wird. Es ist deshalb sinnvoll, nicht zu viel Tyrosin mit der Nahrung aufzunehmen, damit gar nicht erst so viel Dopamin entstehen kann. Tyrosinreich sind vor allem Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte und Erdnüsse, all dies sollte wenn möglich eingeschränkt werden. Weniger Tyrosin ist in Getreide, Obst und Gemüse enthalten, dies können Sie bei Verträglichkeit uneingeschränkt essen.
Eventuell mehr Kupfer und / oder Magnesium:
Kupfer ist nötig für ein Enzym, das ebenfalls Dopamin abbaut, nämlich die Dopamin-Beta- Hydroxylase (DBH). Es wandelt Dopamin in Noradrenalin um, verändert also das Verhältnis dieser beiden Botenstoffe.
Generell kann sich ein Ungleichgewicht zwischen Dopamin und Noradrenalin auf folgende Art auswirken:
Je nach Symptomatik ist es also hilfreich mehr Kupfer und / oder mehr Magnesium zuzuführen, entweder mit der Nahrung (Nüsse und dunkle Schokolade enthalten beides) oder wenn nötig mit Nahrungsergänzungsmitteln.
Klären Sie aber vor allem eine Kupfereinnahme immer mit Ihrem Arzt ab. Hier finden Sie ausführliche Infos zu einem möglichen Kupfermangel
Wenn Ihnen Ihre Gene ein schnelles COMT beschert haben, können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:
Mehr Tyrosin
Im Gegensatz zum Slow COMT ist beim Fast COMT eine eiweißreiche Ernährung mit viel Tyrosin (Nüsse, Eier, Fleisch, Fisch, Milchprodukte) sehr hilfreich, denn es unterstützt die Dopamin Produktion.
B-Vitamine
Daneben unterstützen auch die Vitamine B6 und B9 (Folat) die Dopamin Produktion.
Medikamente
Bestimmte antidepressiv wirkende Medikamente erhöhen Dopamin und Noradrenalin, bzw. wirken dem Abbau entgegen. Sie können, wenn nötig, vom Arzt verordnet werden.
Erkennen Sie an, dass Ihre Gene Sie einzigartig machen.
Vergleichen Sie sich nicht mit anderen und versuchen Sie nicht, ein anderer/eine andere zu sein.
Versuchen Sie nicht, ein "abwechslungsliebender, stressresistenter Praktiker" zu werden, wenn Sie aufgrund Ihrer Veranlagung eher ein "kreativer, ruhebedürftiger Denker" sind. Oder eben umgekehrt.
Und gönnen Sie sich das, was Sie brauchen:
Vor allem: Akzeptieren Sie sich so wie Sie sind, denn die Welt braucht Sie, genau so wie Sie sind.